Alles Gute bringt der Mai…
…aber auch die Zecken
Kaum wird es wieder wärmer sind auch die Zecken wieder da.
Sie sitzen im hohen Gras oder an Büschen und warten auf ihren nächsten Wirt.
Die häufigste Art in Mitteleuropa ist der gemeine Holzbock, gefolgt von der Igelzecke, der Auwaldzecke und der Braunen Hundezecke.
Ihr Biss ist meist schmerzlos und kann zu Hautirritationen führen.
Die weitaus größere Gefahr besteht darin, dass sie Krankheiten wie die Borreliose, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die Babesiose und Anaplasmose übertragen können.
Borreliose:
Borrelien sind Bakterien, die in den Speicheldrüsen der Zecke angesiedelt sind und beim Biss an den Wirt weitergegeben werden. Im Wirt verursachen sie neben Fieber und Lahmheiten, eine allgemeine Schwäche und Gelenkschmerzen. Die Behandlung erfolgt mit hochdosiertem Antibiotikum und Entzündungshemmern.
Eine Entfernung der Zecke in den ersten 24 Stunden verhindert eine Borrelienübertragung weitgehend. Für sehr anfällige Tiere oder Tiere mit einer hohen Exposition (z.B. Jagdhunde) empfiehlt sich eine Schutzimpfung.
Bei Katzen spielt die Borreliose nur eine untergeordnete Rolle.
Babesiose:
Überträger ist die Auwaldzecke und die Braune Hundzecke.
Babesien sind einzellige Blutparasiten, die die roten Blutkörperchen des Wirtes befallen und zerstören. Die Tiere zeigen Fieber, Lethargie und Blutarmut.
Die Blutarmut kann unbehandelt bis zum Tod des Tieres führen.
Anaplasmose:
Anaplasmen sind Bakterien, die ebenfalls die roten Blutkörperchen befallen und, ähnlich wie die Babesiose zu Fieber, allgemeiner Schwäche und Blutarmut führen. Sie werden durch den gemeinen Holzbock übertragen.
FSME:
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch einen Virus übertragen und führt beim Hund, ähnlich wie beim Menschen, zu Ausfälle der Kopfnerven, Gehstörungen, Sehstörungen bis hin zu vollständigen Lähmungen.
Nicht alle Haustiere sind gleichermaßen empfänglich für diese Krankheiten.
Es besteht jedoch für den Besitzer die Gefahr, dass auf dem Tier herumwandernde Zecken auf ihn oder Familienmitglieder übertragen werden können.
Eine ausreichende Zeckenprophylaxe ist in den warmen Monaten zwischen März und Oktober unbedingt zu empfehlen.
Es steht eine große Auswahl an Präparaten für Hunde und Katzen in Form von Spot- ons, Tabletten oder Halsbändern zur Verfügung.
Empfehlenswert sind Präparate, die auch einen repellierenden Effekt haben.
Bei Tieren, die nur gelegentlich Freigang haben, könnte auch darauf verzichtet werden, wenn das Tier stattdessen nach jedem Spaziergang oder Freigang auf Zecken untersucht wird.
Die Gefahr hierbei besteht jedoch umherwandernde oder sehr kleine Zecken bzw. Nymphen zu übersehen.
Auch Tiere, die entsprechende Präparate bekommen haben sollten regelmäßig auf Zecken untersucht werden und diese gegebenenfalls entfernt werden, da diese zu Hautirritationen führen können.
Hausmittel, wie Kokos oder Leinöl bieten keinen nachweisbaren Schutz vor Zecken.
Wir beraten sie gerne in unserer Sprechstunde zu Maßnahmen der Prophylaxe, den verschiedenen Präparaten oder der Schutzimpfung gegen die Borreliose.